Meine neue Liebe/Critical Mass

Wenn man lange nichts von mir hört, geht es mir gut. Dazu habe ich auch allen Grund, denn ich habe eine neue Liebe: Gertrud

Darf ich vorstellen, das ist sie.

Fahrrad

Lange habe ich gesagt, Stuttgart sei keine Fahrradstadt. Zu hügelig. Selbst um ein Ziel auf vermeintlich gleicher Höhe zu erreichen, muss man oft ca. 100 Höhenmeter überwinden. Hier beispielsweise das Höhenprofil meines Arbeitswegs:

Hoehenprofil
Erstellt mit www.google.de/maps

Davor habe ich mich immer gescheut, bis eines Tages ein Kollege mit seinem Pedelec zur Arbeit kam. Das gefiel mir. Damit sind Berge keine Berge mehr. Aber es ist halt auch ein teurer Spaß. Da rennste nicht mal eben in den Laden und kaufst eines.

Also habe ich ein Jahr lang gespart. Als ich genug Geld beisammen hatte, machte ich mich auf die Suche, und so entdeckte ich sie, meine Trudel. Das war am 11. April. Seither sind wir fast 1000 Kilometer gefahren. Zur Arbeit, ins Freibad, zum Finanzamt nach Schorndorf, einfach nur so die Weinberge hoch und runter und am Freitag dann zum ersten Mal zur Critical Mass Stuttgart.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=USprc-UxL60

Die Critical Mass ist eine Initiative, die sich für eine fahrradfreundliche Stadt einsetzt. Zwar haben wir einen supergrünen OB in Stuttgart, aber Radfahrer ist der nicht. Auch wenn man hier und da ein paar durchgehende Linien auf die Straße gemalt hat, sogenannte Radfahrstreifen, parken doch oft auch rechts der Linien Autos (und manchmal auch darauf). Das ist problematisch, da die hiesigen Radfahrstreifen nur selten die vorgegebene Mindestbreite von 1,85 m erreichen, oft sind es eher 85 cm. Ich muss nicht erklären, was passieren kann, wenn sich da plötzlich eine Autotür öffnet. Das haben wir im Juni in Neukölln gesehen. Und weiter gibt es halt leider nicht überall Radfahrstreifen. Manchmal sind es auch getrennte Geh- und Radwege, oft sogar gemeinsame. Und im schlimmsten Fall gibt es gar keine. Dann hat man die Wahl, in verkehrsberuhigtere Bereiche auszuweichen, was die Fahrstrecke in der Regel verlängert, oder eben auf der Straße zu fahren. Dafür muss man schon ein ordentliches Selbstbewusstsein haben.

Die Lage ist also auch in Stuttgart noch verbesserungswürdig. Die Critical Mass will darauf aufmerksam machen, dass es viele Radfahrer in Stuttgart gibt. Ich glaube, dank des Pedelecs werden es künftig sogar noch viel mehr werden. Erstens ist radfahren gesund, zweitens steht man nie im Stau, drittens ist es sauber und leise und viertens, und das ist das Wichtigste, macht es einen Heidenspaß!

Ich schau jetzt noch ein bisschen Tour de France, mach anschließend die Trude klar für nächste Woche und vielleicht fahren wir nachher noch ein bisschen rum. Es gibt ja hier im Remstal schöne Touren, gelegentlich durchaus steil, aber wie schon gesagt: Mit einem Pedelec ist ein Berg kein Berg mehr.

Bis bald,

euer Emu

Stempelabdruck Emu

 

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